Mittwoch, 28. Mai 2014

Deutschland, Deine Wahlen

Nun ist der Wahltag zwar schon vorbei, trotzdem will ich Euch meine Beobachtungen und Rückschlüsse von letzter Woche nicht vorenthalten.


Am 25. Mai haben wir alle Europawahlen, manche wählen auch noch etwas mehr. Hier im Kraichgau werden auch der Ortschaftsrat und der Gemeinderat gewählt, letzterer über eine „unechte Teilortswahl“. Schon mal gehört? Ich jedenfalls nicht.  Aber letzte Woche waren wir als „Wahlhelfer“ unterwegs und haben im ganz ursprünglichen Sinne beim Wählen geholfen. Das ist nämlich gar nicht so einfach und weil es so lange dauert, haben alle ihre Stimmenblocks schon vorher zugesandt bekommen. Auf der ersten Seite die Erklärung, dann folgen viele lange schmale Zettel, für jede Partei einer. Auf dem jeweiligen Zettel dann nach Ortschaften sortiert die Kandidaten der jeweiligen Parteien. Zu vergeben sind 32 Stimmen, bis zu 3 können auf eine Person entfallen. Klingt erstmal noch nicht so schwierig. Beim Vergeben der Stimmen muss ich aber nun darauf achten, dass ich aus jedem Ort nur eine bestimmte Anzahl von Leuten wählen darf, mal nur einen, mal zwei, mal bis zu neun. Sollte es mir also passieren, dass ich auf der ersten Liste einen Kandidaten der CDU aus meinem Ort gewählt habe, dann auf einem der nächsten Zettel einen lokalen Kandidaten der Grünen und dann bei den Freien Wählern auf dem übernächsten Blatt noch eine Dame aus meinem Dorf, die ich für kompetent halte, dann ist der Zettel schon (teil-)ungültig. Weil ich aber zwischendurch noch 20 andere Stimmen vergeben habe, habe ich das aber vielleicht gar nicht so im Blick. Oder ich habe im Wahlflyer mir alle Kandidaten angesehen und zwei junge dynamische ausgesucht neben einigen Erfahrenen und weil die jetzt alle aus anderen Orten sind, ich sie aber nicht eindeutig zuordnen kann, habe ich im Zettelwirrwarr übersehen, dass zwei aus dem selben Ort sind (aber einer anderen Partei), der nur einen Kandidaten benennen darf.
Ich empfehle zum Wählen daher folgende Hilfsmittel:
1.) Nur mit Bleistift eintragen, damit Nachbesserungen möglich sind.
2.) Radiergummi bereithalten.
3.) Taschenrechner nebendran legen bzw. separaten Zettel, auf dem die bereist vergebene Anzahl der Stimmen vermerkt wird.
4.) Separate Liste mit den einzelnen Orten und der Zahl der dort wählbaren Kandidaten. Wichtig: Immer einen Strich machen, wenn aus einem Ort jemand gewählt wurde.
5.) Bei warmem Wetter eine große Flasche Wasser, bei kaltem eine Kanne Tee.
6.) Bei Bedarf macht es evtl. mehr Spaß in großer Runde zu wählen. Für eine solche Wahlparty laden sie sich einfach ein paar Leute ein, besorgen genug Getränke und kleine Snacks, die Flyer mit Kandidaten können nett als Tischsets drapiert werden.
7.) Sollten Sie einen privaten Vorentscheid auswerten wollen, geben Sie jedem Ihrer Gäste einfach 32 Chips, die auf den Gesichtern der jeweiligen Kandidaten platziert werden dürfen. Es wäre ratsam, eine große Auswahl verschiedener Farben vorrätig zu haben, um zu überprüfen, dass niemand mehr als drei Stimmchips auf einen Kandidaten setzt.
8.) Zur Dekoration der Wahlparty erhalten Sie am Wochenende sicher Fähnchen der jeweiligen Parteien bei deren Wahlkampf in der nächstgelegenen größeren Stadt.

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