Nun ist der Wahltag zwar schon vorbei, trotzdem will ich Euch meine Beobachtungen und Rückschlüsse von letzter Woche nicht vorenthalten.
Am 25. Mai haben wir alle Europawahlen, manche wählen auch noch etwas mehr. Hier im Kraichgau werden
auch der Ortschaftsrat und der Gemeinderat gewählt, letzterer über eine
„unechte Teilortswahl“. Schon mal gehört? Ich jedenfalls nicht. Aber letzte Woche waren wir als „Wahlhelfer“
unterwegs und haben im ganz ursprünglichen Sinne beim Wählen geholfen. Das ist
nämlich gar nicht so einfach und weil es so lange dauert, haben alle ihre
Stimmenblocks schon vorher zugesandt bekommen. Auf der ersten Seite die
Erklärung, dann folgen viele lange schmale Zettel, für jede Partei einer. Auf
dem jeweiligen Zettel dann nach Ortschaften sortiert die Kandidaten der jeweiligen
Parteien. Zu vergeben sind 32 Stimmen, bis zu 3 können auf eine Person
entfallen. Klingt erstmal noch nicht so schwierig. Beim Vergeben der Stimmen
muss ich aber nun darauf achten, dass ich aus jedem Ort nur eine bestimmte
Anzahl von Leuten wählen darf, mal nur einen, mal zwei, mal bis zu neun. Sollte
es mir also passieren, dass ich auf der ersten Liste einen Kandidaten der CDU
aus meinem Ort gewählt habe, dann auf einem der nächsten Zettel einen lokalen
Kandidaten der Grünen und dann bei den Freien Wählern auf dem übernächsten
Blatt noch eine Dame aus meinem Dorf, die ich für kompetent halte, dann ist der
Zettel schon (teil-)ungültig. Weil ich aber zwischendurch noch 20 andere
Stimmen vergeben habe, habe ich das aber vielleicht gar nicht so im Blick. Oder
ich habe im Wahlflyer mir alle Kandidaten angesehen und zwei junge dynamische
ausgesucht neben einigen Erfahrenen und weil die jetzt alle aus anderen Orten
sind, ich sie aber nicht eindeutig zuordnen kann, habe ich im Zettelwirrwarr
übersehen, dass zwei aus dem selben Ort sind (aber einer anderen Partei), der
nur einen Kandidaten benennen darf.
Ich empfehle zum Wählen daher folgende Hilfsmittel:
1.) Nur mit Bleistift eintragen, damit Nachbesserungen möglich sind.
2.) Radiergummi bereithalten.
3.) Taschenrechner nebendran legen bzw. separaten Zettel, auf dem die bereist
vergebene Anzahl der Stimmen vermerkt wird.
4.) Separate Liste mit den einzelnen Orten und der Zahl der dort wählbaren
Kandidaten. Wichtig: Immer einen Strich machen, wenn aus einem Ort jemand
gewählt wurde.
5.) Bei warmem Wetter eine große Flasche Wasser, bei kaltem eine Kanne Tee.
6.) Bei Bedarf macht es evtl. mehr Spaß in großer Runde zu wählen. Für eine
solche Wahlparty laden sie sich einfach ein paar Leute ein, besorgen genug
Getränke und kleine Snacks, die Flyer mit Kandidaten können nett als Tischsets
drapiert werden.
7.) Sollten Sie einen privaten Vorentscheid auswerten wollen, geben Sie jedem
Ihrer Gäste einfach 32 Chips, die auf den Gesichtern der jeweiligen Kandidaten
platziert werden dürfen. Es wäre ratsam, eine große Auswahl verschiedener
Farben vorrätig zu haben, um zu überprüfen, dass niemand mehr als drei
Stimmchips auf einen Kandidaten setzt.
8.) Zur Dekoration der Wahlparty erhalten Sie am Wochenende sicher Fähnchen der
jeweiligen Parteien bei deren Wahlkampf in der nächstgelegenen größeren Stadt.